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Karoline Leavitt geht: Trumps Stimme ist verstummt

Nichts Gutes zu vermelden für den US-Präsidenten: Die 28-jährige Karoline Leavitt öffnet nach ihrem Rückzug aus der Funktion als Trumps Pressesprecherin Raum für Spekulationen.
Karoline Leavitt im Weißen Haus
Foto: IMAGO / ABACAPRESS | Zwei kleine Kinder brauchen ihre Mutter – daher offiziell der Rückzug Karoline Leavitts als Trumps Pressesprecherin. Das Riesenbaby im Weißen Haus muss sich jetzt eine neue, wortmächtige Wadenbeißerin suchen.

Der US-Fernsehkomiker Jimmy Fallon hat die Zusammenhänge um den Rücktritt von Trumps 28-jähriger Pressesprecherin Karoline Leavitt auf den Punkt gebracht: „Irgendwie sah es so aus, als hätte sie nach dem richtigen Zeitpunkt gesucht, aber den gab‘s einfach nicht!“

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Tatsächlich ist Trump in Schwierigkeiten an vielen Fronten, und Licht irgendwo am Ende der Tunnelparade ist nicht in Sicht. Am Persischen Golf ist die Lage so verfahren wie seit der Bush-Ära nicht. Die Stimmung im Bündnis ist am Boden. Ehemalige Verbündete wenden sich ab. Zuhause steigt die Staatsverschuldung, und die staatliche Erlösperspektive „Einfuhrzölle“ funktioniert nicht. Am Arbeitsmarkt herrscht Flaute, und das Land ist weiterhin gespalten. In Umfragen liegen die Republikaner bei den anstehenden „Midterm“-Wahlen deutlich hinter den Demokraten zurück. Denen fehlt derzeit nur eins: ein Typ vom Schlage Trumps, der den Präsidenten kontern könnte. Gibt es da überhaupt irgendetwas zu vermelden, wenn man als Trumps Frauenstimme für gute Stimmung in den Medien zuständig ist? 

Offensichtlich war Trump selbst überrascht vom Rückzug seiner treueren als treuen Freundinnen. Zwar hat er, wie Fallon letzte Nacht sarkastisch anmerkte, nicht Vandalen am „Reflecting Pool“ vor dem Weißen Haus als Ursache für die Demission der blonden Pressefrau bemüht. Aber es war Trump deutlich anzumerken, wie dankbar er für die öffentlich verkündete „Baby-Lösung“ war, mit der auf herzerwärmende Art der Leavitt-Abschied begründet wurde. Zwei kleine Kinder brauchen ihre Mutter – und das Riesenbaby im Weißen Haus muss sich eine neue, wortmächtige Wadenbeißerin suchen, die den renitenten Journalisten in Washington Paroli bietet. Doch es sind nicht nur die beiden Kinder, welche die Zuwendung ihrer Mutter brauchen, die nun von Typ „Pitbull“ auf „Kuscheltier“ umswitchen muss. 

Zuhause sitzt ein 60-jähriger Ehemann

Kaum jemand thematisierte, dass Leavitt, die Trump seit Jahren begleitet und auch im Wahlkampf zu überzeugen wusste, zuhause einen 60-jährigen Ehemann sitzen hat, der auch sein Recht auf Partnerschaft einfordert. Nicholas Riccio ist Immobilienentwickler aus New Hampshire und erst seit Januar 2025 mit Karoline Leavitt verheiratet – 32 Jahre Altersunterschied. Er wuchs in Hudson in ärmlichen Verhältnissen auf, war als junger Mann zeitweise obdachlos und arbeitete sich über eine sanierte Immobilie in Hampton Beach hoch. Seine Firma Riccio Enterprises besitzt über 15 Objekte; das Vermögen wird auf rund sechs Millionen Dollar geschätzt. Nicht eben allzu viel, wenn man weiß, wie teuer in den USA ein einigermaßen gehobener Lebensstil ausfällt. Öffentlich tritt der Ehemann kaum auf, auf Social Media findet man fast nichts. Zuletzt war er fast gar nicht mehr zu sehen.

So könnte es sein, dass auch die Ehe im Verbund mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Rückzug der jungen Frau aus der Politik nahelegte. Karoline Leavitts materielle Zukunft scheint nach ersten Informationen mit Jobs als Beraterin gesichert. In zehn Tagen feiert sie ihren 29. Geburtstag. Man darf davon ausgehen, dass Erleichterung überwiegt. Zuletzt soll sie den Präsidenten nicht mehr in seiner Maschine begleitet haben. 

Leavitt reiht sich ein in die Riege erschöpfter Parteigängerinnen, die alles für ihren Herrn und Meister gaben, fast bis zur Aufgabe der eigenen Person. Das zumindest scheint Trumps ehemalige Sprecherin gerade noch verhindert zu haben.

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Henry C. Brinker Weißes Haus

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